Einzelausgabe 2 -2026
Im Februar erschien der vielbeachtete erste Teil der neuen deutschen S3-Leitlinie „Stilldauer und Interventionen zur Stillförderung“. Damit hat Deutschland nach jahrelanger Arbeit und einem noch längeren Sonder weg nun endlich eine offizielle Empfehlung zur Stilldauer, die nicht mehr im Widerspruch zu den internationalen WHO-Empfehlungen steht. In der vorliegenden Ausgabe finden Sie zwei Stellungnahmen von Expert*in nen, die den Entstehungsprozess der Leitlinie aus nächster Nähe begleitet haben: Sandra Deissmann wirkte als stimmberechtigte Vertreterin des BDL mit und beleuchtet in diesem Heft die wichtigsten Inhalte der Leitlinie sowie die Herausforderungen im Konsensprozess. Prof. Dr. Alfred Läng ler war als Sprecher der Nationalen Stillkommission und Vorsitzender der WHO/Unicef-Initiative „Babyfreundliches Krankenhaus“ (Baby-Friendly Hospital Initiative, kurz BFHI) maßgeblich an der Entwicklung beteiligt – gemeinsam mit Vera Hesels, BFHI-Geschäftsführerin, zieht er Bilanz über den hart erarbeiteten Erfolg. Die positiven Auswirkungen des Stillens für die Mutter stehen im Mittelpunkt des Beitrags von Christine Staricka zu lebenslanger Brust gesundheit. Anhand der physiologischen Vorgänge im weiblichen Körper verdeutlicht sie, warum dieses Wissen sowohl in der Stillberatung als auch in der medizinischen Versorgung stärker verankert werden sollte. Das Handout dieser Ausgabe widmet sich einer der grundlegendsten Voraussetzungen für eine gelingende Stillbeziehung: den Stillzeichen des Babys. Übersichtlich aufbereitet und anschaulich bebildert bietet es praxisnahe Informationen für die Beratung und Begleitung von Familien im Alltag. Stillende mit chronischen Erkrankungen oder besonderen Heraus forderungen zu unterstützen, ist das Anliegen von Bärbel Aab. In ihrem Beitrag zeigt sie, wie ergotherapeutische Ansätze die Stillberatung sinnvoll ergänzen können, um Teilhabe und Selbstbestimmung im Alltag mit Kind zu fördern. Dabei wird deutlich, wie wertvoll interdisziplinäre Zusammen arbeit für Familien mit komplexen Bedürfnissen sein kann. Was geschieht, wenn Stillzeit und Perimenopause zusammentreffen? Obwohl die Laktation meist mit den fruchtbaren Jahren einer Frau ver bunden wird, stillen viele Frauen heute auch in der Übergangsphase vor der Menopause. Der Beitrag von Maria O‘Sullivan widmet sich diesem bis lang wenig erforschten Thema. Abgerundet wird diese Ausgabe durch ein Interview mit Mónica Pina, Präsidentin der Europäischen Vereinigung für Stillmedizin (EABM), über die Rolle dieser noch jungen Organisation, die Bedeutung internationaler Vernetzung und gemeinsame Perspektiven für die Zukunft der Still förderung. Außerdem finden Sie in diesem Heft eine Rezension zu Helen Balls Buch „How Babies Sleep“ – einer gut lesbaren englischsprachigen Lektüre, die wissenschaftliche Erkenntnisse rund um den Schlaf von Säuglingen verständlich und praxisnah aufbereitet.

